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  1. #181
    Brückenarchitekt Avatar von Galaxisgerd
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    Standard AW: Wan kommt endlich die Klimaerwärmung?

    welt.de: Migration aus Afrika - Es gibt Gründe für die Flucht aus dem Sahel. Das Klima ist keiner

    Zitate:
    Überweidung und Denaturierung der Böden geschehen nicht primär durch das Klima, sondern durch enormes Bevölkerungswachstum. Demzufolge ist das Problem der Sahelzone ganz unstrittig nicht klimatischer Natur, schreibt unser Gastautor [Gunnar Heinsohn]...
    Klimageschichtliche Forschungen bestätigen, dass die Sahelzone seit Jahrtausenden von Dürreperioden heimgesucht wird. Sie sind mithin unstrittig. Doch sie sind nicht dauerhaft, sie kommen und gehen...
    Die Hauptkampfgebiete in Mali, Niger und Burkina Faso verzeichnen zwischen 1950 und 2019 einen Bevölkerungsanstieg von zehn auf über 60 Millionen Einwohner. 2050 sollen sie bei 130 Millionen stehen. Nimmt man den Tschad und Kamerun als ebenfalls terrorbetroffene Nachbargebiete hinzu, geht es zwischen 1950 und 2019 von 18 auf 105 Millionen – durch Überweidung und Denaturierung der Böden – die Lebensgrundlage für alle unterminieren.
    Hätte Deutschland seit 1950 (70 Millionen) ein Wachstum wie die Sahelzone vorgelegt, stünde es heute nicht bei gut 80, sondern bei rund 410 Millionen Einwohnern. Eine Übernutzung der landwirtschaftlichen Flächen wäre dann auch hier unausweichlich geworden.
    Viele Grüße
    Galaxisgerd

  2. #182
    Räuchermeister Avatar von merkel
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    Standard AW: Wan kommt endlich die Klimaerwärmung?

    Zitat Zitat von Galaxisgerd Beitrag anzeigen
    welt.de: Migration aus Afrika - Es gibt Gründe für die Flucht aus dem Sahel. Das Klima ist keiner

    Zitate:
    Überweidung und Denaturierung der Böden geschehen nicht primär durch das Klima, sondern durch enormes Bevölkerungswachstum. Demzufolge ist das Problem der Sahelzone ganz unstrittig nicht klimatischer Natur, schreibt unser Gastautor [Gunnar Heinsohn]...
    Das ist natürlich dummer Unsinn. Wer so etwas behauptet, muss ganz bestimmte Voraussetzungen annehmen, um zu einem solchen Ergebnis zu kommen. Um genauer zu verstehen und zu durchschauen, wie solche Meinungen entstehen oder begründet werden, muss man mal seine angenommenen Vorgaben genau ansehen. Was den wenigsten Menschen bewusst ist: die Vorgaben entscheiden, wie ein Gutachten ausfällt. Der Gastbetrag in der Welt ist nämlich nichts anderes als ein Gutachten. Also gelten auch dort bewährte Regeln, die man zwingend einhalten muss.

    Ein Beispiel, das jeder versteht: Bei Eingriffen in die Umwelt muss man Ausgleich schaffen. Dazu gibt es Umweltgutachten. Über deren Inhalte wird oft gestritten, die einen finden ein Gutachten gut, andere nicht. Wie kommt das?

    Nehmen wir folgende Situation an: da ist ein Acker mit einer Mulde und es fliesst ein kleiner Graben durch das Gelände, das nun bebaut werden, Eingriffe verursacht und Ausgleich erfordert. Oft (besser: fast immer!) wird dann allgemein akzeptiert, das Pflanzen von ein paar Bäumen und Sträuchern ist ein guter Ausgleich.

    Wenn aber die Mulde das Potential hat, in 500 oder 1000 Jahren ein Hochmoor zu werden (Anmerkung: Hochmoor ist ökologisch gesehen das Hochwertigste überhaupt) und man diese Entwicklung möchte, ist Bäume und Sträucher pflanzen plötzlich falsch und kontraproduktiv! Dieses einfache Beispiel zeigt: die Vorgabe bestimmt das Ergebnis, nicht die spätere Abhandlung! Immer ordnet sich die Vorgabe einer gewünschen Absicht unter. Im Fall Hochmoor wäre das Ökologie, andernfalls und meistens jedoch Wirtschaftswachstum, Geldanlage oder Beseitigen von Wohnungsnot. Ein Eingriff muss dann natürlich billig ausgleichbar sein, weil man ja eine Wohnungsnot beseitigen möchte. Öko ist da unwichtig. Und ob man einen Ausgleich überhaupt funktionsfähig schaffen kann, interessiert niemanden mehr.

    Also zurück zum Welt-Gastbeitrag. Suchen wir nach Vorgaben:
    Dort wird geschrieben: "Überweidung und Denaturierung der Böden geschehen nicht primär durch das Klima, sondern durch enormes Bevölkerungswachstum".

    Dieser Satz ist Quatsch von Anfang bis Ende. Wenn man ihn zitiert, wird das auch nicht besser.

    Hier werden Begriffe miteinander verbunden, die nichts miteinander zu tun haben:

    1. Denaturierung: man kennt ein ähnliches Wort: Renaturierung. Unter Denaturierung versteht man die Umwandlung z.B. von Proteinen z.B. durch Druck, Temperatur, chemische Einwirkung usw., die danach nicht mehr ihre Funktionen erfüllen können, aber ihre Zusammensetzung dabei NICHT ändern. Renaturierung ist die Umkehr dieses Vorgangs. Solche Vorgänge können dauerhaft oder reparabel (umkehrbar, nicht dauerhaft) sein. Sie betrifft alle lebenden Strukturen und nicht nur Boden.
    Bei Böden sind denkbar: Verdichtung, Wassermangel, Versorung mit Nährstoffen, passende Bepflanzung, Besonnung, Schatten, Frost, Überschwemmung uvam. Wärmeeinwirkung kann immer Proteine verändern (Kartoffeln kochen!) Tau oder Regen bilden oder Wasser verdunsten. Dabei entscheiden Bruchteile von Temperaturunterschieden, ob sich Tau bildet oder nicht. Beachte: in Europa versorgt Tau zu 95% alle Bäume mit Wasser, nur 5% übernimmt der Regen! Und Boden ist zuletzt das Ergebnis von viel Laub, das zersetzt wurde. So wird Tau zum massiv wirksamen Faktor, ob Boden entsteht oder nicht! Ohne Tau kein Boden! Ich denke, jeder versteht nun: das Klima ist ein (wenn nicht der) entscheidende Faktor für eine Denaturierung von Böden.

    2. Überweidung: Das ist i.d.R. ein durch Menschen(!) veranlasstes Verhalten, um Fleisch zu produzieren (durch Herdenhaltung). Tiere allein zeigen ein solches Verhalten nicht! So wandern die Antilopenherden in Afrika jeweils dem Grün nach. Dabei findet keine Überweidung statt, weil es ja Jahrhundere bestens funktioniert und die Weiden jedes Jahr wieder genügend Nahrung herstellen. Aber man kann eben nicht zu viele Tiere weiden lassen. Daher ist Überweidung generell menschengemacht.

    3. Primär: Es gibt eine Folge von Effekten mit unterschiedlich starker Wirkung. Die bringt man sinnvollerweise in eine Rangfolge. Also: Holz verbrennen => Asche. Holz erwärmen => trocknen. Holz kühlen => anfeuchten. Hier wäre eine Reihenfolge verbrennen-erwärmen-anfeuchten denkbar, wober verbrennen primär wäre. Ich könnte die Reihenfolge auch umdrehen - also: anfeuchten-trocknen-verbrennen. Plötzlich wird anfeuchten primär. Ohne Angabe der Reihenfolge und eine Begründung (warum diese Reihenfolge?) ist der Begriff "primär" willkürlich, unbestimmt und Sprechblase.

    4. Bevolkerungswachstum: Zunächst ist ein Anfangswert wichtig. Sind es 10? 1 Million? Er fehlt. Weiter ist die Kenntnis eines Grenzwertes unverzichtbar. Denn: die Bevölkerung selbst denaturiert den Boden nicht. Es sind die Weidetiere, die von ihr womöglich in zu grosser Zahl gehalten werden und dann denaturieren. Wichtig ist auch zu wissen: werden die Weidetiere selbst gegessen oder etwa exportiert? Im letzteren Fall wären die Fleischverbraucher z.B. in Europa schuld. Der Grenzwert beschreibt nur eine bestimmte Abhängigkeit: wie viele Tiere kann ich auf einer Fläche ernähren, ohne dass sich die Grundlagen im Boden verändern. Primär existiert kein Zusammenhang zwischen Anzahl Bevölkerung und Denaturierung oder Überweidung. Der entsteht erst, wenn Menschen beschliessen, Fleisch zu essen und es übertreiben, also Grenzwerte überschreiten.

    Hauptsächliche Bedeutung dürfte jedoch sein, ob ein Stück Land gut als Weide funktioniert oder nicht. Denn: die Weide, von der hier die Rede ist, gibt es natürlich gar nicht, sondern nur nach Kultivierung durch den Menschen. Der legt dann Sümpfe trocken oder rodet Wald, schafft daraus Weideflächen und verändert Vegetation und Fauna massiv und - leider - auch dauerhaft (Aussterben von Arten).
    Kein Mensch ist heute in der Lage, ein Krümel Boden komplett zu verstehen, aber ganze Industrien wissen, was gut für den Boden sein soll und wollen ihn "verbessern" (durch Pfanzenzüchtung, Kunstdünger, Gülle, Pestizide, Fungizide uvam.). Hauptsache, die Kasse stimmt. Egal, ob bei der Bodenverbesserungsindustrie oder durch menschliches Fehlverhalten (Prämisse "Wirtschaftswachstum").

    Ich will jetzt nicht noch tiefer analysieren, es macht keinen Sinn. Es reicht nämlich, wenn nur eine Vorgabe falsch oder ungenau ist, um schlussendlich zu entscheiden, ob die Information es wert ist, weiter betrachtet zu werden. Die hier braucht es nicht. Die hier ist nur populistisch und prima Futter für die AfD. Sie ist aber unbrauchbar, irreführend und verhindert sinnvolle Analysen oder Lösungen. Und eröffnet scheinbar die Möglichkeit, das wir ja noch Zeit zum Diskutieren haben und akut nicht handeln müssen.

    Merke: schon 1972(!) berichtete der Spiegel zum ersten Mal Klimafolgen, wenn die Menschheit so weiter macht wie bisher. Ein grosser Teil wurde Wahrheit, das Verhalten hat sich nicht geändert (Ausnahme: Ökostrom). Nein, seitdem steigt der Verbrauch fossiler Brennstoffe exponential, wir geben selbstverständlich noch Vollgas in die falsche Richtung oder beim Fahren gegen die Wand. Bei einem Wandabstand von noch etwa 1m...

    Wer sich informieren möchte (anstatt sich das Hirn mit Datenmüll zuzumüllen) sollte mal googlen nach "youtube prof. lesch" und sich ein paar Stunden Zeit nehmen.
    Guter Ersatz für Tagesschau und Tatort!

    LG merkel

  3. #183
    Brückenarchitekt Avatar von Galaxisgerd
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    Standard AW: Wan kommt endlich die Klimaerwärmung?

    Max-Planck-Institut für Meteorologe: CO2-Ausstoß hat unerwartet starke Auswirkungen auf die Pflanzenproduktivität der Arktis

    Zitate:
    Satellitenbeobachtungen zeigen ..., dass die Reaktion auf CO2 deutlich ausgeprägter ist als sie von ESMs [Erdsimulationsmodelle] im Durchschnitt berechnet wird. Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass die meisten ESMs wahrscheinlich die zukünftige CO2-Konzentration in der Atmosphäre überschätzen und die daraus resultierenden klimatischen Veränderungen falsch berechnen...
    Wir haben menschliche Landnutzungsänderungen also vernachlässigt. Auf globaler Ebene ist der Ergrünungstrend jedoch vor allem auf intensive Landnutzung in den beiden bevölkerungsreichsten Ländern China und Indien zurückzuführen", sagt Prof. Ranga Myneni, Koautor, sowie Träger des renommierten Humboldt-Forschungspreises und langjähriger Gast am MPI-M. Die Ergrünung der Landoberfläche, wie sie durch verschiedene Satellitenmissionen beobachtet wird, ist ein globaler Trend. In den letzten zwei Jahrzehnten kamen jedes Jahr durchschnittlich 310000 Quadratkilometer zusätzliche grüne Blattfläche auf der Erde hinzu, eine Fläche etwa so groß wie Polen oder Deutschland...
    Die arktischen Ökosysteme verändern sich schnell infolge des CO2-Anstiegs und Klimawandels, was den Kohlenstoffhaushalt erheblich beeinflusst...
    ... die Ergrünung in der Arktis
    [ist] zwar vorherrschend ..., ... aber ... einige Gebiete [weisen] einen Vegetationsrückgang [auf] ..., wahrscheinlich infolge von Dürren...
    Wo bleibt der anthropogene Kohlenstoff? ist eine der Schlüsselfragen in der Klimaforschung. In ihrer neuen Studie zeigen die Wissenschaftler, dass die Kohlenstoffsenke durch Photosynthese wahrscheinlich stärker ist als erwartet.
    Viele Grüße
    Galaxisgerd

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